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Wertvermehrend oder werterhaltend? Der entscheidende Unterschied

Kurz erklärt

Wertvermehrend ist, was den Wert der Liegenschaft dauerhaft erhöht, etwa ein Anbau, ein zusätzliches Bad oder der erstmalige Einbau einer Wärmepumpe. Werterhaltend ist der gleichwertige Ersatz oder die Reparatur. Nur wertvermehrende Investitionen senken die Grundstückgewinnsteuer; Unterhalt zaehlt bei der Einkommenssteuer.

Grundprinzip

Der Unterschied in einem Satz

Wertvermehrend ist, was den Wert der Liegenschaft dauerhaft erhöht – etwas Neues, Besseres, vorher nicht Vorhandenes. Werterhaltend ist, was den bestehenden Zustand bewahrt oder gleichwertig ersetzt (Reparatur, Unterhalt).

Für die Grundstückgewinnsteuer gilt: Nur der wertvermehrende Teil zählt zu den Anlagekosten und senkt den steuerbaren Gewinn. Werterhaltender Unterhalt ist hier nicht abziehbar – dafür lässt er sich meist bei der Einkommenssteuer geltend machen.

Übersicht

Typische Fälle im Vergleich

Wertvermehrend (abziehbar)Werterhaltend (nicht abziehbar)
Anbau, Aufstockung, Ausbau DachgeschossReparatur des bestehenden Dachs
Erstmaliger Einbau einer Küche gehobener QualitätErsatz der Küche durch eine gleichwertige
Wintergarten, zusätzliches Bad, CheminéeNeuer Anstrich, Tapezieren, Bodenbelag ersetzen
Erstmaliger Einbau Wärmepumpe / SolaranlageReparatur der bestehenden Heizung
Neuer Grundriss, energetische Sanierung mit MehrwertService, Wartung, Ersatz defekter Fenster (gleichwertig)

Faustregel: Schaffen Sie etwas Neues oder Besseres, ist es tendenziell wertvermehrend. Stellen Sie den ursprünglichen Zustand wieder her, ist es werterhaltend.

Beispiel

Wie stark ein Abzug wirkt – ein Beispiel

Angenommen, Sie verkaufen mit einem rohen Gewinn (Verkaufspreis − Kaufpreis) von CHF 300’000 und haben während der Besitzdauer einen Wintergarten für CHF 60’000 angebaut (wertvermehrend):

Roher GewinnCHF 300’000
− wertvermehrende Investition− CHF 60’000
Steuerbarer GewinnCHF 240’000

Der Wintergarten senkt den steuerbaren Gewinn um CHF 60’000. Je nach Kanton und Besitzdauer spart das mehrere Tausend Franken Steuern. Ein neuer Anstrich für CHF 15’000 hingegen wäre werterhaltend und würde den steuerbaren Gewinn nicht senken. Rechnen Sie Ihren Fall mit dem Rechner durch.

Praxis

Belege und Grenzfälle

Entscheidend ist die Belegbarkeit: Bewahren Sie Rechnungen, Werkverträge und Zahlungsnachweise über die gesamte Besitzdauer auf. Ohne Beleg wird ein Abzug im Zweifel gestrichen.

Bei umfassenden Sanierungen ist oft nur ein Teil wertvermehrend. Beispiel: Wird eine alte Küche durch eine deutlich hochwertigere ersetzt, gilt der Mehrwert gegenüber einem gleichwertigen Ersatz als wertvermehrend, der Rest als werterhaltend. Solche Mischfälle werden anteilig beurteilt.

💡
Doppelt nutzen vermeiden

Kosten, die Sie bereits bei der Einkommenssteuer als Unterhalt abgezogen haben, können Sie bei der Grundstückgewinnsteuer nicht nochmals geltend machen.

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Häufige Fragen

Der gleichwertige Ersatz einer bestehenden Küche ist werterhaltend und nicht abziehbar. Nur der Mehrwert gegenüber einem gleichwertigen Ersatz – etwa eine deutlich hochwertigere Ausführung oder ein erstmaliger Einbau – gilt als wertvermehrend.

Der erstmalige Einbau bzw. ein echter Mehrwert (z. B. Umstieg auf eine Wärmepumpe mit Effizienzgewinn) ist wertvermehrend. Die reine Reparatur oder der gleichwertige Ersatz einer bestehenden Heizung ist werterhaltend.

Ja – werterhaltender Unterhalt ist bei der Grundstückgewinnsteuer nicht abziehbar, kann aber in der Regel bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Wichtig: nicht doppelt abziehen.

Solche Mischfälle werden anteilig beurteilt. Der wertvermehrende Anteil senkt den Grundstückgewinn, der werterhaltende nicht. Eine saubere Aufstellung mit Belegen hilft bei der Abgrenzung.

Letzte Aktualisierung: 2026

Diese Berechnung dient als Orientierungshilfe und ersetzt keine verbindliche Steuerveranlagung durch die zuständige Steuerbehörde.